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Die Schachten und Hochmoore im Bayerischen Wald

Ein lohnendes Ziel zu jeder Jahreszeit

Im Bayerischen Wald zu wandern, war vor wenigen Jahren noch ein Geheimtipp. Mittlerweile erfreut sich dieses Mittelgebirge im Osten von Bayern immer größerer Beliebtheit.

Einzigartig im Nationalpark Bayerischer Wald sind die Schachten. Es handelt sich dabei um ehemalige Viehweiden, die sich mitten im Wald befinden und vor mehreren hundert Jahren mühsam angelegt wurden. Die Schachten befinden sich parallel zum Verlauf der tschechischen Grenze und liegen auf einer Höhe zwischen 900 und 1.200 Metern. Der Name Schachten stamm daher, dass die Hirten auf diesen Hochweiden von April bis Ende November in primitiven Erdlöchern, den so genannten „Schachten“, hausen mussten, bevor sie mit ihren Herden ins Tal zurück wandern durften. Ein gut beschilderter Wanderweg führt zu den meisten der Schachten. Bis 1960 wurde in der Region Bayerischer Wald das Vieh auf diese Hochweiden getrieben. Heute sind die Schachten ein lohnendes Ziel um dorthin zu wandern. Um dieses besonderes Naturerlebnis zu bewahren, legte der Nationalpark Bayerischer Wald einen speziellen Wanderweg zum Verlorenen-, Hoch- und Kohlschachten bei Frauenau an. Dieser Erlebnisweg ist an einem Tag leicht zu wandern und vermittelt viel über das Naturreservat Bayerischer Wald. Neben den Schachten werden Sie bei diesem Wanderweg auch die markanten Hochmoore Latschenfilz und Hintere Sulz sehen.

Verlauf des Wanderwegs "Schachten"

Der Wanderweg beginnt beim Gutsgasthof Oberfrauenau mit seinem Falknerhof. Die Flugvorführungen mit den Falken sind sehenswert. Die Streckenlänge des Wanderwegs, der zu den Schachten führt, beträgt gut 20 Kilometer und ist an einem Tag zu wandern. Bevor Sie aufbrechen, lohnt sich ein Besuch in der Glasmanufaktur des Freiherrn von Poschinger. Seit 1568 wird in Frauenau Glas hergestellt. Folgen Sie dem Wanderweg bis zur Trinkwassertalsperre Frauenau. Ein Problem der Region Bayerischer Wald ist die Wasserknappheit. Da der Untergrund aus Granit mit einer dünnen Humusschicht besteht, fließt das Wasser zu schnell ab und kann nicht versickern.

Nach 15 Minuten wandern erreichen Sie den höchsten Trinkwasserstausee Deutschlands. Mit über 20 Millionen Kubikmetern Wasser ist er das Herzstück der Fernwasserversorgung Bayerischer Wald. Folgen Sie bei dem Wanderweg immer entlang der Markierung mit der Pestwurz.
Nach sieben Kilometer Wanderung erreichen Sie den Verlorenen Schachten. Parallel zum Wanderweg plätschert der Kleine Regen. Er entspringt nur wenige Meter hinter dem Verlorenen Schachten auf tschechischem Staatsgebiet. Der Verlorene Schachten befindet sich am Fuß des Berges Rachel. Die urige Blockhütte kann bei der Forstverwaltung des Freiherrn von Poschinger gemietet werden. Mitten im Verlorenen Schachten stehen markante Bergahorn, die früher den Rindern im Sommer Schatten spendeten.

Bleiben Sie auf dem Wanderweg mit der Markierung der Pestwurz bzw. dem Wolf. Nach vier Kilometern wandern sind Sie am Hochschachten. Dieser steile Schachten liegt auf 1.160 Metern Meereshöhe und bietet ein wunderbaren Panoramablick in den Biosphärenpark Bayerischer Wald.
Ein Wanderweg, der auf Bohlen angelegt ist, führt zum Sattelhochmoor Latschenfilz und Hintere Sulz. Hier lohnt sich ein kurzer Abstecher zu dem Latschensee, der seinen Namen dem dort anzutreffenden Kiefergewächs verdankt. Das Wasser des Sees ist tiefschwarz. Im Nationalpark Bayerischer Wald, der 1970 als erster Nationalpark in Deutschland gegründet wurde, bieten diese Hochmoore bedrohten Pflanzen und Tiere Rückzugsräume. Die Moore entstanden durch unterirdische Gesteinseinbrüche, Dolinen, die sich mit Wasser füllten. Auf dem markierten Wanderweg darf nur im Zeitraum vom 01. Juli bis zum 15. November gewandert werden, da sonst die geschützten Tierarten im Kerngebiet des Nationalparkes Bayerischer Wald gestört würden. Wandern Sie nun weniger hundert Meter weiter und schon stehen Sie im Kohlschachten. Er ist vom Profil her der flachste Schachten, aber vom Erhaltungszustand der ursprünglichste.
Von hier aus führt der Wanderweg in die Ortschaft Buchenau. Im pittoresken Ortskern befindet sich ein herrschaftliches Schloss aus dem Jahre 1856. Der Ort selbst war in früheren Zeiten Standort einer großen Glashütte. Hier besteht die Möglichkeit zu einer Brotzeit. Nun folgen Sie dem Wanderweg E 6 (grünes Dreieck) auf der Pommerhöhe die letzten vier Kilometer zurück nach Oberfrauenau. Eine unvergessliche Wanderung im Nationalpark Bayerischer Wald liegt hinter Ihnen.
 

Die Schachten Info

Beginn: Oberfrauenau
Ende: Buchenau
Länge:: 20 km
Dauer: Tagestour

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