Unterwegs auf dem Schluchtensteig im Naturpark Südschwarzwald durchqueren Wanderer unter anderem die Wutachschlucht, die Hohwehraschlucht und die Wehratalschlucht.
Vor allem in den heißen Sommermonaten bietet der Schluchtensteig willkommene Abkühlung, führt der Wanderweg doch durch kühle und schattige Schluchten und ist von zahlreichen Bächen und Seen geprägt, deren kühles Nass Erfrischung bringt.
Verlauf des Schluchtensteigs - die ersten vier Etappen bis St. Blasien
Der Schluchtensteig beginnt in Stühlingen nahe der Schweizer Grenze. Von hier geht es der Wutach aufwärts folgend nach Weizen und weiter nach Grimmelshofen, wo der Wanderweg in die Wutachschlucht eintaucht. Hier wird der Schluchtensteig sehr schmal und schlängelt sich zwischen hohen Felswänden hindurch bergauf. Konzentration ist gefordert, da der Weg nicht durchgängig befestigt ist und durchaus Ansprüche an den Wanderer stellt.
Zur Belohnung hat man anschließend von Aussichtspunkt Wutachflühen eine sehr schönen Blick auf die Schlucht, bevor es auf den steilen Anstieg zum Buchberg geht, dem so genannten „südlichen Torturm“ der Blumberger Pforte. Von der hier gelegenen Gipfelhütte erblickt der Wanderer ein beeindruckendes Panorama auf die zurückgelegte Strecke, aber auch auf die dieser ersten Etappe folgenden Wanderstrecken durch die Wutachschlucht.
Auf der zweiten Etappe verlassen wir den Blumberg über Treppen und kleinere Leitern, am Schleifenbach mit seinem Wasserfall vorbei wieder hinunter zur Wutach, auf die wir wieder bei Achdorf stoßen. Zunächst ein hübsches Tal, wird die Landschaft schnell wieder schluchtenartig mit steilen Waldflanken und Felsen. Der Weg führt zum Teil auf nur schmalen Pfaden zwischen Felswänden und der Wutach entlang. Gutes Schuhwerk und Konzentration sind hier wieder gefordert. Kurz nach der Mündungsstelle der Gaunach in die Wutach ist der Etappenzielort erreicht, die Schattenmühle inmitten einer beeindruckenden Stein- und Waldlandschaft. Von der hier gelegenen Bushaltestelle fahren Linienbusse zu verschiedenen Quartieren nach Bonndorf und Löffingen.
Die dritte Etappe wird vor allem von Felsen, schmalen Pfaden, Burgruinen und der Wutach geprägt. Routenbeginn ist an der Schattenmühle. Bei einem Abstecher in die Lotenbachklamm können die Wanderer entlang mehrerer Wasserfallstufen über Wurzeln und Leitern durch die Felsen klettern. Von der Schattenmühle aus führt der Schluchtensteig steil am bewaldeten Hang hinauf, bevor es ein flacheres Stück zur Baar hinauf zu wandern gibt. Hier oben erwarten die Schluchtensteiger Wiesen und Felder, bevor der Wanderweg wieder in die Schlucht führt. Idealer Platz für eine Brotzeit ist hier das Räuberschlössle, dessen Ruinen auf einem 80 Meter hohen Felsen stehen und einen tollen Blick über die Schlucht erlauben. Gleich daneben sind die Ruine der Burg Stallegg und das älteste badische Flusskraftwerk zu entdecken.
An der Wutach entlang geht es flussaufwärts, an der Haslachklamm vorbei und über den Hölllochfelsen nach Lenzkirch, dem bekannten Luftkurort. Von hier ist schnell das Etappenziel Oberfischbach erreicht.
Von Oberfischbach geht es auf die 4. Etappe des Schluchtensteigs nach St. Blasien. Dieser Streckenabschnitt des Schluchtensteigs wird weniger von Schluchten, sondern vielmehr von Tälern und Wäldern dominiert. Auf der 4. Etappe erreichen die Wanderer den höchsten Punkt des Schluchtensteigs, den 1.134 Meter hohen Bildstein, von dem aus auch Feldberg und Alpen zu sehen sind. Bergab geht es zum größten Schwarzwaldsee, dem Schluchsee. Zwischen Unterem und Oberem Habsberg führt die Route an uralten, pittoresken Schwarzwaldhöfen vorbei und gemeinsam mit dem stetig rauschenden Wasser Richtung St. Blasien. Nach dem Windberg-Wasserfall markiert der Dom St. Blasius das eindrucksvolle Ende dieser Etappe. Die Kuppel von St. Blasius zählt mit einem Durchmesser von 36 Metern und einer Höhe von 62 Metern zu Europas beeindruckendsten Kirchenkuppeln.
Endspurt - von St. Blasien durch Hohwehraschlucht und Wehratalschlucht nach Wehr
Nach St. Blasien wartet auf dem 5. Abschnitt die nächste Herausforderung: es geht aus dem Tal wieder hinauf auf den 1.039 Meter hohen Lehenkopf. Vom dortigen Aussichtsturm führt Waldpfad über Urberg und Dachsberg ins Hochtal nach Ibach. Dieses Hochtal wurde während der Eiszeit durch den Feldberggletscher geformt. Talabwärts führt der Schluchtensteig in die Hohwehraschlucht und an der frisch entsprungenen Wehra entlang nach Todtmoos.
Die letzte Etappe des Schluchtensteigs beginnt rechts der Wehra, wechselt dann die Flussseite und der Weg wird wieder deutlich steiler. Spektakuläre Ausblicke in die Landschaft bieten sich bis zur Wehra-Staumauer beim Wehra-Stausee. Der Schluchtensteig endet entlang des Flussverlaufs in der alten Textilstadt Wehr.
Der Schluchtensteig als GPS Karte - gps wandern auf dem Schluchtensteig
Die erste, 18 km lange Etappe des Schluchtensteigs von Stühlingen bis Blumberg als GPS-Karte:
Die weiteren 5 Etappen des Schluchtensteigs gibt es bei gpsies.com ebenfalls als GPS-Karten:
- 2. Etappe: Blumberg - Schattenmühle, 20 km » GPS-Karte
- 3. Etappe: Schattenmühle - Schluchsee Oberfischbach, 18 km » GPS-Karte
- 4. Etappe: Schluchsee Oberfischbach - St. Blasien, 20 km » GPS-Karte
- 5. Etappe: St. Blasien - Todtmoos, 19 km » GPS-Karte
- 6. Etappe: Todtmoos - Wehr, 22 km » GPS-Karte
Kulturelle und historische Höhepunkte entlang des Schluchtensteigs
Der Ausgangsort Stühlingen verfügt über eine attraktive Altstadt. Wenige Kilometer weiter trifft der Wanderer in Weizen auf die „Sauschwänzlebahn“: die heutige Museumsbahn überwindet auf einer 25 km langen Strecke über 200 Höhenmeter. Auf den folgenden Etappen sind St. Blasien mit dem Dom St. Blasius sowie das Alte und Neue Schloss der Herren von Schönau im Zielort des Schluchtensteigs, der Weberstadt Wehr, lohnenswerte Haltepunkte.
Bildquelle: © cve/ PIXELIO - www.pixelio.de